06.04.2013
12:15

Alles hat einmal ein Ende

 

Hallo Ihr Lieben,

dieses wird der letzte Eintrag im Blog zu unserer Israelfahrt sein. Eindrücke, Blickpunkte oder auch Blitzlichter von den einzelnen Tagen sind beschrieben worden. Dazu kamen ein paar aktuelle Bilder. Einen vollständigen chronologischen Reisebericht  - das konnten und wollten wir nicht leisten. Außerdem ist ja Hermann unser Chronist - und der wird dann ganz bestimmt diese Aufgabe übernehmen. Also, wer seine Aufzeichnungen noch vervollständigen will, wartet am besten noch auf Hermanns Bericht auf unserer Gospelchorhomepage. Übrigens ist Hermann mittlerweile nach dem gleichnamigen Buch von Mankell "Der Chronist der Wüste". Schließlich waren wir ja auch im Negev. Ja, welcher Ostwestfale kann sich schon mit solch einem Titel schmücken?! Doch der Titel sorgt überwiegend für viel Arbeit. Deshalb ein dickes DANKESCHÖN! :-D

DANKEN möchte ich an dieser Stelle auch Petra. Sie hat sich ganz spontan bereit erklärt, zwischendurch für den ein oder anderen Bericht im Blog zu sorgen. Das war schon eine große Hilfe! :-D

Nun melde ich mich wie versprochen noch einmal zum Abschluss unserer Chorreise durch Israel und Palästina mit einigen O-Tönen aus dem Chor. Bunt gemischt und auch zufällig habe ich einige Sängerinnen und Sänger auf dem Flughafen in Tel Aviv befragt:

"Was hat Dich auf unserer Reise besonders beeindruckt?"

  • Die Gefühle und vor allem auch die Herzlichkeit der Menschen.
  • Wir haben die Menschen mit unseren Konzerten erreicht und angerührt.
  • Dass wir sofort mit den Menschen in Kontakt kamen.
  • Die Auguste Victoria Kirche. Dabei besonders die bildhafte Darstellung, als Jesus am Palmsonntag auf einem Esel in Jerusalem einzieht.
  • Das Leben in der Gemeinschaft auf dieser Fahrt.
  • Die Kontraste in diesem Land: Schönes und Schreckliches liegen so nah bei einander. Hier die wunderbare Landschaft, dort die hohe Mauer. Aber auch die besondere Vielfalt der unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen.
  • Wir hatten sehr viel Spaß und eine tolle Chorgemeinschaft.
  • Das Singen im Heiligen Land an ganz besonderen Orten.
  • Die Konzerte in Ramallah, Bethlehem und Jerusalem.
  • Der Zusammenhalt der Gruppe. Alle waren füreinander da und sind sehr respektvoll miteinander umgegangen.
  • Die intensive Chorgemeinschaft.

"Nimmst du etwas mit in dein persönliches Leben?"

  • Große Dankbarkeit, die Herzlichkeit der Menschen und neue Freundschaften.
  • Ich möchte mich nicht mehr so sehr von den Medien beeinflussen lassen. Ich möchte mehr hinterfragen und mir mehr Wissen aneignen, um Situationen besser beurteilen zu können.
  • Ich will versuchen, in meinem eigenen Leben Mauern einzureißen
  • Ich möchte mein eigenes Leben mehr wertschätzen und auch Dinge in meinem Leben mehr hinterfragen.
  • Ich möchte gerne zu Hause alles etwas lockerer sehen und in dem Bewusstsein leben, wie gut es uns doch in unserem eigenen Land geht.
  • Ich werde viele Dingen in meinem Leben aus einem anderen Blickwinkel neu betrachten und bewerten.
  • Die Wertschätzung für den Chor und das Singen.
  • Jesus is the life! Diese Botschaft nehme ich mit nach Hause.

Die Israelfahrt ist zu Ende, ist bereits Geschichte. Doch die 8 Tage im Hl. Land haben uns alle sicherlich geprägt - Jeden und Jede auf eine ganz persönliche Weise. Viele Eindrücke durften wir in uns aufnehmen: wir haben ganz viel gesehen und gehört, Gerüche in uns aufgenommen und fremdartiges Essen geschmeckt, neue Menschen kennengelernt und alte Bekanntschaften im Chor vertieft, die Sonne auf unserer Haut gespürt und vor allem gesungen, gesungen, gesungen.... Wie schön!!!:-D

Diese Chorreise wird uns sicherlich noch lange beschäftigen und vielleicht auch ein wenig verändern. Wahrscheinlich spüren wir alle eine große Dankbarkeit darüber, dass es uns vergleichsweise sehr gut geht, dass wir in einem sicheren Land leben dürfen. 

Dietrich hat das Wort der "doppelten Solidarität" geprägt. Solidarität für Israel und Solidarität für Palästina. Recht bleibt Recht und Unrecht bleibt Unrecht - egal auf welcher Seite. Dieser Gedanke kann uns bestimmt helfen, über die Situation im Hl. Land zu sprechen, darüber zu berichten, weiter zu erzählen....

Diese Reise wäre ohne Dietrich und Eva so nicht möglich gewesen. Ich denke, ich spreche im Namen aller, wenn ich auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön ausspreche:" Danke für Eurer Engagement, für Euer großes Fachwissen, für Eure Gedanken, Eure Ideen, Eure wahnsinnig logistischen Fähigkeiten, Eure Herzlichkeit, und..und..und.. " Jeder und Jede von uns möge noch sein persönliches Dankeschön mit einbringen. EINFACH DANKE!:-D

Alles Liebe und Gute für Euch alle

Jesus is the life! Come praise the Lord!

In diesem Sinne

Mexe

Im nächsten Jahr in Jerusalem

05.04.2013
19:54

Die Tücke der Technik

Hallo Zusammen,

Johannes war gerade hier und hat mir neues Futter, sprich neue Bilder, per CD gebracht. Die Übertragung direkt von PC auf PC hat nicht geklappt. Auch Johannes war ein treuer Begleiter des Blog, hat unermüdlich erstklassige Fotos gemacht und jeden Abend zur Verfügung gestanden. Auch ihm gehört ein ganz großes "Dankeschön"!!!:-*

So schaut morgen noch einmal in den Blog... Dann kommen noch einmal ein paar Infos mit Bildern!

Gute Nacht... tja, ich friere immer noch, .. Wann wirds mal endlich wieder Frühling?

Alles Liebe und gute Nacht

Mexe

04.04.2013
22:50

Rietberg hat uns wieder

Liebe Daheimgebliebenen,

wir sind wieder da! Wohlbehalten sind wir gegen 21.30 Uhr  in Rietberg angekommen. Den Koffer - neben Schmutzwäsche - gefüllt mit ganz vielen Eindrücken, Erlebnissen, Erfahrungen, neuen Erkenntnissen, zusätzlichem Wissen, vertieften Freundschaften, mit Melancholie und Euphorie. Der Speicher ist voll! Die Festplatte muss neu sortiert werden....

Heute Morgen konnten wir tatsächlich lange schlafen. Abfahrt erst um 7.45 Uhr ab Hotel. Was für ein Luxus. Das Wetter machte uns den Abschied etwas leichter - erstmals dunkle Wolken und Wind. Abschied nehmen auch von unseren Busfahrern - Sedan und Omar - mit einem kräftig gesungenen  Gospel in der Eingangshalle des Hotels.

Dietrich wäre nicht Dietrich, wenn am Abreisetag nicht noch irgend eine kleine Besichtigung, neue Erfahrungen und Eindrücke möglich wären: Wir verabschieden uns von Jerusalem vom Ölberg aus - mit dem Blick auf den Felsendom, die Klagemauer, die vielen, unzähligen Häuser mit ihren Menschen.

Wir besuchen die Grabstätte Jesu - zumindest ist sie hier lokalisiert - umgeben von einer wunderschönen Gartenanlage. Ein toller und  beeindruckender Abschluss der Israel- und Palästinafahrt.

Am Flughafen müssen die Israelis noch einmal mit ihren Muskeln spielen: gut bewaffnet demonstrieren sie Stärke in unserem Bus, befragen uns intensiv über unsere Reise und unseren Kofferinhalt, bzw. wie er zustande gekommen ist. Dennoch, es ist beeindruckend, wie der Transfer in den Flieger mit 66 Menschen klappt. Ja, und im Flieger gibt es die absolute Überraschung: Werner wird 60 Jahre alt (er weiß es nur noch nicht) und kein geringerer gratuliert als der Kapitän höchst persönlich durchs Mikro. Ja, im Gospelchor Rietberg ist man vor Überraschungen niemals sicher.

Ankunft in Rietberg: die Zeilen schreibe ich eingehüllt in eine Decke und in dicke Wollsocken, die Uhr zeigt 23.30 Uhr, mein Bett wartet...Franz zeigt für alle, wie müde wir sind,,,

Gute Nacht, alles Liebe!

Morgen melde ich mich noch einmal - ausgeschlafen und mit vielen O-Tönen von Mitreisenden im Gepäck.

Mexe

P.S. Der Mann, der im Augenblick noch fast Kopf steht, obwohl das so ganz und gar nicht seine Art ist, ist Walter. (Ich denke, wenn er ausgeschlafen hat, wird er sein Bild anders positionieren ...) Ihm haben wir diese wunderbare Einrichtung - den Blog - zu verdanken. Er hat ihn für uns errichtet und stand uns die ganze Reise über mit Rat und Tat zur Seite!!! Vielen, vielen Dank Walter.:-) Es hat mit Dir zusammen total viel Spaß gemacht.

 

03.04.2013
20:22

Letzter Tag in Jerusalem mit Konzert in Auguste Viktoria

Liebe Daheimgebliebenen,

unser letzter "ganzer" Tag im Heiligen Land ist angebrochen.

Natuerlich geht es bereits um 5.30 Uhr los. Wir machen uns auf zur Geburtskirche Jesu in Bethlehem. Belohnt werden wir mit einem wunderschoenen Sonnenaufgang. Die Sonne und der strahlend blaue Himmel bei sommerlichen Temperaturen werden uns uebrigens den ganzen Tag begleiten...

Nach einem kraeftigen Fruehstueck geht es mit dem Bus zum Herodion, auf dem Herodes eine persoenliche Festungsanlage gebaut hat. Auch hier haben wir rundherum einem phantastischen Blick...

Wir haben "Ausgang": ein paar Stunden bummeln wir in kleinen Gruppen durch die Gassen von Jerusalem, um einzukaufen. Da kann bei den Frauen und Maedels schon einmal ein kleiner Tuecherrausch aufkommen... Doch die Beratung und Begleitung ist dabei erstklassig, denn Tuecher kauft "frau" natuerlich nur im Kollektiv, und ca. 7 - 15 Frauen behaengen die Kaufwillige mit diversen Tuechern und entscheiden, welches oder besser welche (zwischen 2-5 im Durchschnitt) denn nun gekauft wird bzw. gekauft werden. Tja, da kann die maennliche Welt nur staunen, sich in Geduld ueben, um dann in die Preisverhandlungen einzusteigen. Das ganze Unternehmen findet natuerlich auf engstem Raum statt - wie ihr auf dem Bild sehen koennt.

Wir machen uns auf zur Kirche Auguste Victoria, der lutherischen Himmelfahrtskirche. Hier singen wir zum 3. Mal unser Credo "Walls". Der Hall dieser Kirche ist eine besondere Herausforderung fuer den Chor, aber auch ein besonderes Klangerlebnis. Ganz besonders freuen wir uns ueber einen ganz besonderen Fan unseres Chores, den Jersualemer Bischof Dr. Munib Younan. Auf seine persoenliche Einladung hin befinden wir uns im heiligen Land. Die Freude ueber unseren Besuch steht ihm im Gesicht: aufmerksam und mit einem Strahlen und Leuchten in den Augen verfolgt er unser Credo mit grosser Aufmerksamkeit. Aber der Funke springt auch beim uebrigen Publikum ueber. Es haelt die Menschen nicht mehr auf ihren Plaetzen, es wird geklatscht, mitgesungen und auch zum Rhythmus getanzt. Tief bewegt bedankt sich der Bischof zum Abschluss bei dem Chor und vor allem auch bei Eva und Dietrich. Er bezeichnet die beiden als Brueckenbauer zwischen Jerusalem und Rietberg, zwischen Palaestina und Ostwestfalen. Und dem Chor ruft er zu: "Eure Musik erreicht die Herzen der Menschen! Durch euer Singen bringt ihr das Evangelium, die frohe Botschaft oftmals besser in die Welt als manche Pastoere!" Ja, der Schluss des Credos ist ausgelassen und froehlich. Erste internationale Kontakte werden geknuepft, Adressen ausgetauscht. Etwas muede, doch auch mit einer ganz besonderen Leichtigkeit, einem gewissen Zauber machen wir uns auf den Weg zum Hotel. Hier wartet unser letztes, leckeres Abendessen auf uns.

Einen herzlichen Gruss senden und eine gute Nacht wuenschen

Silvana, Walter, Johannes und Mexe

P.S. Natuerlich werden wir ueber unsere Heimfahrt und ueber unsere ganz besonderen Eindruecke von Zuhause aus auch noch berichten. Also, weiter nachschauen...

02.04.2013
20:17

Von Jerusalem nach Bethlehem

So langsam naehern wir uns wieder mitteleuropaeischen Zeiten an und duerfen heute bis 6:00 Uhr schlafen (das ist bei euch immerhin 5:00 Uhr!!!). Und auch die Temperaturen scheinen uns wieder etwas an deutsches Niveau gewoehnen zu wollen: frische 15 Grad... brrrrrrrr !

Nach dem Fruehstueck machen wir uns unter dem Leitspruch "Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird es wohl (gut) machen" auf den Weg nach Jerusalem. Im Bus wird sich schon zu dieser fruehen Stunde mit "Hevenu shalom" und "Shalom chaverim" eingestimmt, denn unsere erste Station ist die Himmelfahrtskirche bei der Auguste Victoria auf dem Oelberg. In dieser imposanten Kirche werden wir morgen unser letztes Konzert singen. Der immense Nachhall von 5 Sekunden macht einen Soundcheck noetig. Waehrend die Technik aufgebaut wird, erklaert uns der deutsche Pfarrer dieser Gemeinde, die hauptsaechlich Touristen betreut, die Geschichte der Kirche und der Deutschen in Jerusalem. Zum Abschluss folgen noch viele seiner Einladung, den hoechsten Turm Jerusalems zu besteigen, wo sie nach 221 Stufen mit einem grandiosen Ausblick belohnt werden.

Die naechste Station ist der Tempelplatz. Nach intensiven Sicherheitskontrollen stehen wir auf diesem geschichtstraechtigen und bedeutenden Platz. Beeindruckend ist es, den so bekannten Felsendom und die Al-Aqsa Moschee von nahem zu sehen, die seit dem Jahr 2000 aber leider fuer Touristen unzugaenglich sind. Und das alles bei blauem Himmel und inzwischen angenehmen 23 Grad.

Dann haben wir fast 3 Stunden Zeit, um uns auf eigene Faust von dort durch die Jerusalemer Altstadt treiben zu lassen. Es ist ein Erlebnis fuer alle Sinne in den schmalen Gassen des Bazars mit den vielen kleinen Laedchen und den 1000en Auslagen und Angeboten, den unterschiedlichsten Geruechen, den vielen Menschen aus aller Herren Laendern...! Viele finden auch den Weg ins Oesterreichische Hospiz, einer kleinen "Oase" inmitten des Gewimmels an der Via Dolorosa. Hier gibt es ein Wiener Kaffeehaus mit leckerem Kaffee und sagenhafter Sachertorte und Apfelstrudel! Jaaaa, uns geht's gut!

Vom Jaffa-Tor aus fahren uns unsere beiden Busfahrer Sedan und Omar zurueck nach Bethlehem. Hier kommen wir einer ganz besonderen Einladung der Betreiber unseres Hotels nach. Sie haben sich mit einer Restauration in das neue Projekt "Salomon's Pools Resort" eingemietet und bewirten uns in der tollen Umgebung einer renovierten Burg aus dem Osmanischen Reich. Wir sind "Testbesucher" -auch des angegliederten Museums-, denn das Projekt ist noch nicht eroeffnet.

Auf der Weiterfahrt zu unserem abendlichen Auftrittsort an der Weihnachtskirche sehen wir weitere Seiten von Bethlehem, die nicht auf einer typischen Touristenroute liegen. Das Kulturzentrum ist in den Ausmassen nicht mit dem in Ramallah zu vergleichen. Aber immerhin verlieren sich die auch gut 70 Zuschauer nicht so sehr und wir sehen ihre Reaktionen viel besser. Auch hier fuehlen wir uns wieder sehr herzlich und dankbar aufgenommen. Das Credo hat wieder eine sehr beruehrende und Bruecken-bauende Wirkung. Wir alle stehen noch einige Zeit mit den Gaesten in Gespraechen zusammen und fahren recht erfuellt ins Hotel zurueck.

So, es ist schon wieder spaet geworden und morgen geht es wieder vor Sonnenaufgang raus.
Wir wuenschen euch GUTE NACHT oder LEILA SAIDA!